Search for Serienpartner? Besser Nerd als Knobelmonster

Gestern fragte ich mich, wie „Big Bang Theory“ wohl ohne die Frauen war. Es gibt ja Klagen, inzwischen drehe sich in der Serie alles um die Freundinnen, aber ich kenne sie noch gar nicht länger und stelle mir die freundinnenlose Zeit dort eigentlich anders vor als, sagen wir, bei den drei Fragezeichen. Justine, Pamela und Belinda waren nicht mehr als der undankbarste Teil einer Modernisierungsoffensive und hießen nicht mal so; aber wie sonst, hat auch keinen interessiert. Die drei Knobelmeister mussten irgendwann auf einmal mehr sein als drei Knobelmeister, sondern fast so etwas wie echte Menschen, und das war ein Fehler. Gefühlt von einer Folge auf die nächste hatte ein brachialer Autoreneingriff ihnen Computer, Freundinnen und Führerschein an die Backe gezaubert; wahrscheinlich war Justus auch plötzlich Discokönig, ich erinnere mich nicht mehr. Das alles war so unsinnig, dass immerhin die Mädels schnell wieder gestrichen wurden. Ein Glück, denn Knobelmonster liebt man nicht fürs Menscheln. Wo jeder Tatortkommissar heute mal mindestens eine ordentliche Drogenvergangenheit braucht und die Rivalen von TKKG immerhin darin menschlich wirken, dass sie so offensichtlich beknackt sind in ihren Rollenklischees: Da soll die Task Force Rocky Beach bitteschön mit Scharfsinn glänzen, nicht mit Verführerskills. Recht so. Bye bye Belinda, fand auch ein Hit der „Flippers“.

Und das ist dann wohl der Unterschied zu Sheldon Cooper und Leonard Hofstetter. Denn Nerd als Star, das erlaubt menschliche Spleens und Schwächen keineswegs nur, es braucht sie so unverzichtbar wie Bob seinen Bibliotheksausweis. Erst so können wohl im Vergleich Freundinnen mehr sein als Beiwerk, sondern Counterparts, die nicht nur Weiblichkeit ins Spiel bringen, sondern etwas, was Nerds schon fast per definitionem abgeht: gesunden Menschenverstand. Klar hätten die Funktion auch drei Pennys mit dem Aussehen von Amy einnehmen können, aber etwas Reverenz an männliche Durchschnittsvorlieben war natürlich  ein netter Schachzug (schreibt der Mann). Freundinnen weitgehend ironiefreier Knobelmonster ist da ein kurzes Los beschieden, wenn sie nicht mal wie Gaby per „G“ im Bandennamen Bestandsschutz genießen und selbst als Sidekick uninteressanter sind als Manuel Andrack hinter Harald Schmidt, und sogar für den war ja bald Schluss.

Advertisements
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

2016: Lieblingssätze, wildgemischt

Quatsch

⇒ Irgendwie auch historisch: Offenbar in der neuen Schwebebahn am Tag der Jungfernfahrt einen Beutel voller bretonischer Kekse für meine Schwägerin liegen lassen. Blau war er auch noch.

(December 21 at 10:16pm · https://www.facebook.com/martin.hagemeyer/posts/1100788750030564?pnref=story)

Quatsch

⇒ … Nur [Domians] Star-Status bei vielen habe ich nie verstanden. Wenn ich mal angerufen hätte bei ihm, hätte ich mir z.B. nie am Ende ein Autogramm gewünscht. Von seinem Therapeuten oder sonst nem guten Gesprächspartner will man ja auch keinen Fanstuff.

 

Dienstlich

⇒… Glaubt euer Ding, aber reißt euch am Riemen! Und da mag es dramaturgisch sogar das Beste sein, die eh unwahrscheinliche Handlung noch etwas zu dehnen, eben weil die finale Harmonie ja auch unwahrscheinlich ist. Als wollten Lessing und die Inszenierung sagen: Um im wirklichen Leben Frieden zu finden, reichen keine komplizierten Verwandtschaftsverhältnisse.

(http://www.musenblaetter.de/artikel.php?aid=19349)

Ernsthaft

Der Hintergrund hilft Olga oft, den Blick zu wechseln. „Europäische Werte“ sind ja ein oft gehörtes Schlagwort, aber wohl auch durch diese Außensicht „ad hoc“ hat sie keine Schwierigkeiten, es zu konkretisieren: „Individuelle Freiheit“, das sei zentral für Europa, trotz aller aktuellen Gefährdungen. … Den Begriff „Liberalität“ für den europäischen Geist lässt sie zwar gelten, aber nicht ohne Zweifel am Kapitalismus US-amerikanischer Prägung, den das Wort für sie mit transportiert.

(„Eine Basis, um den Blick zu wechseln“, http://aul-bergmark.de/projekte/das-bin-ich-das-schreibprojekt-migrant-innen-erzaehlen/olga.html)

Ernsthaft

⇒ Wievielmal Metaebene ist das jetzt ungefähr? Neues Literaturmagazin adelt meine Facebookbeiträge als Literatur

(November 30 at 10:20pm · https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1080122078763898&set=a.135044493271666.26260.100002983495471&type=3&theater)

 

Quatsch

⇒ … doch noch Fan von Steuer-Uli: Nö, schlaue Bürger, dachte ich mir, habt ihr halt mal Pech mit euren Standards. Knast als Don’t ist einfach elitäre Etikettendenke.

(Mainstream-Bash beim Morgensporteln, November 29 at 12:12am · https://www.facebook.com/martin.hagemeyer/posts/1078375472271892?pnref=story)

 

Quatsch

⇒ Da hab ich wohl zu lange retardiert …

[Mein Gedicht zum Thema „Retardierendes Moment“ kommt ein Jahr zu spät: November 21]

Dienstlich

⇒ Franzi Rockzz und Senta Berger. Worüber man so schreibt in einer Woche.

Like: Ekila Zikianda, Diana Kinnert and Franzi Rockzz

(November 18 · http://www.musenblaetter.de/artikel.php?aid=19251&neu=1)

 

Dienstlich

⇒ … Unsinn? Großartig? Oper ist doch gerne beides. … Donald Trump wird mit seiner fast zeitgleich erfolgten Wahl kaum im Sinn gehabt haben, an der Bundesallee heute als Aufhänger zu dienen. Aber als Gegen-Szenario bot er sich in der Einleitung an, und so wirkten die Worte und Töne des Abends nicht nur flammend, sondern auch ein gutes Stück trotzig. … wohl nötige Einordnung künftiger Thementermine in einen doch fiktionalen Kontext. Nur unter dieser Prämisse scheint so manches Pathos des Abends im Rückblick eigentlich überhaupt so recht erträglich: OB Mucke, selbst ja auch Hobbyschauspieler, reizte die halbtheatrale Lage voll aus und mixte Werbung für die Seilbahn mit Worten fürs Geschichtsbuch („Lasst uns mehr Wuppertal wagen!“). Was als Plagiat nicht mal vom toten Parteifreund Willy Brandt geklaut war, sondern vom kürzlich veröffentlichten Lob fürs Tal in der Tageszeitung „Die Welt“. So aber: Ein starker Abend, ein eindrucksvoller Einstieg –  in Zukünftiges.

(https://www.engels-kultur.de/sound-of-the-city-bund-der-utopisten-wuppertal-utopia)

 

Ernsthaft

⇒ bei so Lexika sieht man halt schön, was passieren kann, wenn sich Forscher mühen, des Lebens habhaft zu werden. Vielleicht sogar beruhigend, wenn das schiefgeht.

(November 18)

Ernsthaft

⇒ … Kulturell Aktive sollten Begleitung durch die Presse nicht als Qualitätsprüfung verstehen. Ich arbeite nicht bei „Stiftung Warentest“, und das ist auch sehr gut so! … Dazu gehört, nicht auf der Seite der Macher zu stehen, sondern sich zwischenzuschalten als möglichst autonomer Beobachter. Was aber auch heißt, dass ich ungern einfach pflichtschuldig irgendeinen „Service“ für die breite Leserschaft biete. Dafür habe ich nicht nur zu viel Respekt vor der Kunst, dafür bin ich auch selbst zu eitel.

Außer Aktiver und Begleiter bin ich nämlich abschließend auch noch Leser (ach ja, tschuldigung: „LESER“) und lese etwa Feuilletons durchaus als eigenständige Werke, die mir ein Thema näherbringen, ohne sie aber als „Ergebnisse“ zu sehen. (Der Feuilletonist mag sich das übrigens durchaus wünschen, aber das ist sein Bier.) 

(October 25, https://www.facebook.com/martin.hagemeyer/posts/1039526192823487)

 

Ernsthaft

 

Die Kickoff-Veranstaltung des Projektes „Das bin ICH“ zog heute über 40 Menschen mit Migrationserfahrung ins Swane-Café, um mit 10 Journalist_innen und vielen S…                                 (https://www.facebook.com/martin.hagemeyer/posts/1032179656891474, October 18 · Arbeit und Leben Wuppertal/Hagen/Solingen)

 Quatsch

Ä! èèéè! Habe nach zwei jahren herausgefunden, wie man umlaute und sonstige sonderbuchstaben hinkriegt. ß-ß-hurra!

Quatsch

⇒ Die dunklen seiten der hagemeyers: mein bruder hat, wie ich jetzt erfahren muss, einst meinen taschenrechner versteckt, den ich „fuer die schule benoetigte“ (heute sms meiner mutter), und beim letzten theaterfest hat mein vater aus dem fundus den haken von käpt’n hook ersteigert und damit die intendantin erschreckt. Jetzt ist sie zurueckgetreten.

(October 8)

Ernsthaft

⇒ Das System stützen ist komplett erlaubt und hat mit Buckeln null zu tun, wenn das Medium dieses System aus freien Stücken stützenswert findet. Sich zwischenschalten, mal hier-, mal dorthin, und zwar nicht nach Laune, aber nach Gutdünken: Es macht die Medien geradezu erst relevant, wenn sie im besten Sinne selbstherrlich sind.

(September 16)

Dienstlich

⇒ … Das alles ist spannend und ohne Zweifel innovativ – aber Ertrag nachhaltigen Denkens? Der Begriff wirkt zuweilen arg strapaziert. Und mag man die ebenfalls besuchte T-Shirt-Produktion aus Holzfasern auch für die Idee loben: Die jungen Macher promoten sich so trendgerecht, dass die Kunden ihnen vermutlich auch Smoothies mit Holzgeschmack abkaufen würden.

(Nachhaltig durchs Viertel. Wuppertal Institut wird 25 – Exkursion über den Arrenberg,       08. September 2016, https://www.engels-kultur.de/wuppertal-institut-25-jahre-jubilaeum)

 

Dienstlich

⇒ Ein Vorhaben, das moderne Standards vollends dem Markt preisgibt, muss und darf vielleicht einfach mit Einseitigkeit rechnen – nämlich mit einmütiger Ablehnung.

https://www.engels-kultur.de/ttip-diskussion-wuppertal-faerberei-juergen-hardt

 

Ernsthaft

⇒ … Ich glaube soeben, an den ausschwärmenden Monsterjägern irritiert eben der Schwarm: Massenhaft und im Wissen, Teil eines Trends zu sein, offensiv den öffentlichen Raum einzunehmen. Und das keineswegs mehr als Randerscheinung wie bislang beim ‚Nerd‘, den man allgemein belächeln durfte und dabei doch irgendwie auch charmant fand – man denke an die enorm beliebten Freaks in der Serie ‚Big Bang Theory‘. Die aber geradezu per definitionem nie eine Chance gehabt hätten, zu Hunderten tagtäglich die Stadt zu fluten – und das unverhohlen mit dem Anspruch, nicht die Spinner vom Dienst zu sein, sondern: die Zukunft.

August 1, 2016

Ernsthaft

⇒ Alter Text von mir mit aktueller Basisdemokratie-Skepsis. „Der Wutbürger hat Schule gemacht in den letzten Jahren. Seit dem bis dahin unerhörten Volksaufstand gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 ist es hierzulande nicht nur endgültig salonfähig für Bürger jeder Couleur, auf die Straße zu gehen. Sondern eben auch: auf ebenjene Straße sein Eigeninteresse zu tragen.“ „Je mehr eine Protestbewegung aber von Partikularinteressen getrieben ist, desto plausibler erscheint es doch, dass für Entscheidungen bei emotional besetzten Themen doch übergeordnete Instanzen die geeigneteren sind.“

(July 3, Die Masse macht’s! Besser?)

 

Ernsthaft

⇒ Ich gehe gern mit Sprache um und ordne Gedanken zu Texten. Eitel bin ich auch und daher gern vor Publikum, wenn es mich mag – das virtuelle hat bekanntlich nicht mal einen „Buh-Button“. Aber: Texte, jedenfalls soweit sie literarisch sein wollen, sollten sich wohl immer auch Autonomie bewahren – für mich heißt das: Heitere Irritationen einbauen, wo es passt und meinem Blick auf die Welt entspricht. Mittendrin und knapp daneben.

(http://www.ins-blaue.net/martin-hagemeyer/)

 

Dienstlich

⇒ „Sekunden später steht man vor ‚Robby‘, unverkennbar ein Abkömmling der Pinguinale, und wundert sich, dass ein fetter Vogel bergische Heimatgefühle auslösen kann.“

(„Wuppertaler Rundschau“, Juni)

Dienstlich

⇒ Biennale, Pinguinale, volles Programm bei mir. Ungefähr dasselbe.

Fürs Kulturmagazin engels durfte ich über die Wuppertaler Literaturbiennale schreiben:

Flucht aus der Meta-Ebene | engels – Kultur. Kino. Wuppertal.

Aktueller als man je hätte erwarten können: Immer wieder war bei der Wuppertaler Literaturbiennale diese Aussage zu hören, weil ihr diesjähriges Motto „Utopie…

(Juni 2016)

 

Quatsch

⇒ Mir liegt exklusiv ein Zeitungsbericht vor mit Fotos von den deutschen Spielern bei der berühmten Fußballwoche, die das Fernsehen ja bekanntlich jetzt veranstaltet. Von den Spielern kenne ich mehrere. Hmmm. Der eine da ist bekannt. Aus der Werbung, wo die Frau sich dauernd in „Manuel Neuer“ verwandelt. Muss also „Manuel Neuer“ heißen. … Der Lahm ist nicht mehr dabei anscheinend, war aber eh ein Sack. Aber der, dessen Freundin jetzt Grace heißt, wie meine Lieblingslektüre, die „Frau im Spiegel“, mir mitteilt. Wobei meine Lieblingslektüre eigentlich natürlich der „Kicker“ ist und die „Neuesten DFB-Fachnachrichten“, wie ja auch selbstverständlich unverkennbar sein dürfte.

Quatsch

⇒ FREMDE MASSEN DOCH INTEGRATIONSFÄHIG?

… wer aus massendrang zum oelbergfest geht und aber standhaft bis zum feuerwerk koeftestaende ablehnt, hat wahrscheinlich keinen schoenen tag.

(May 22 )

 

Ernsthaft

⇒ Ich gerier mich ja gern als Labelfeind. Was sind denn Titel anderes als Schubladen, will ich Vollblutprofis gleich welchen Metiers immer mal entgegenschleudern, wenn sie ihren Status stolz vor sich hertragen. Auch im eigenen: Heute schreiben wir halt mal für Zeitungen oder sonstwo – früher war ich Leserbriefschreiber. Auch schön. Gedruckt, aktuell, öffentlich – all das ist schließlich beides. Die routinierte Selbstdefinition via Abgrenzung: Ist sie nicht künstlich, eine bequeme Behauptung?

(April 15, https://www.facebook.com/notes/martin-hagemeyer/leben-ohne-ismus-eine-zumutung/902554053187369)

 

Ernsthaft

⇒ Zu meiner ueberraschung darf ich diesen montag, 4.4., um halb 8 teil der werkstattlesung im literaturhaus wuppertal sein, und das meine ich nur halb kokett. … [Selbstauskunft über „mein Schreiben“? Schwierig!] Vielleicht waere das aber eigentlich eine ganz gute aussage zu meinen themen und worueber ich gern schreibe: dass ich leider im allgemeinen oft nicht so gut klarkomme mit kategorien. Gut, DAS war kokett.

 (April 2)

Quatsch

⇒ …“Um mir einmal den Anschein eines viel beschäftigten Mannes zu geben: Bis Monatsende hasenbedingt etc verreist.“ Meine erste Abwesenheitsnotiz. Wenn das so weitergeht, mach ich noch den Führerschein.

 

Quatsch

⇒ Es ist ein verbreiteter Irrtum zu glauben, Blödsinn habe keine kommunikative Funktion. … Vermutlich haben Stilkritiker wenig Spaß im Zug. [… Thema „Gefühlte Zugspitzenhöhe“. …] Alle freuen sich, sogar der Kontrolleur. Nur Wolf Schneider sitzt grämlich hinter seiner FAZ und murmelt: „2962 Meter.“

Quatsch

⇒ MEIN FREUND, DER SCHIENENERSATZBUS

… Gedacht ein Zug, gefühlt ein Glück!
Wenn’s Partyvolk sich schart
Im vollen Bus vom Suff zurück
Hat’s was von Klassenfahrt.

(An dieser Stelle ist leider Schluss, denn da musste ich aussteigen.)

 

Quatsch

 

⇒ „Bei ‚The Hateful Eight‘ gibts ne Pause, nicht wahr?‘ ‚Ja.‘ ‚Gut, dann eine Karte bitte.‘

Dienstlich

⇒ Ob „Beteiligung“ indes Mitbestim­mung bedeutet oder eher Ein­bindung in ein längst favorisiertes Wunschprojekt: Das ist wohl eine Frage, die sich beim beliebten Wort von der Transparenz auch ganz grundsätzlich stellen lässt.

(Mitteilungsheft Elberfelder Südstadt 1/16, January 20, 2016)

Ernsthaft

⇒ Mich nervt zunehmend, warum Medien so beharrlich bis panisch bestreiten, eine Tendenz zu haben. Ich halte es für ein fatales Missverständnis zu glauben, Aufgabe der Presse sei bloß wertfreies Sammeln und Verbreiten. Gerade ihre Macht gebietet vielmehr geradezu, Informationen in Kontexte zu stellen, statt sie blind herumzuhauen. Ich glaube, man nennt das Prinzipien.

Vgl.:

(January 20)

Dienstlich

⇒ Ein wenig will man selber schreiten.

(Buddenbrooks nachher: „Musenblätter“, Am Ende ist es doch Theater, http://musenblaetter.de/artikel.php?aid=18944&suche=von%20Martin%20Hagemeyer)

 

Dienstlich (same topic, more politely…)

⇒ Wie weit das Selbstverständnis der „Bürgergesellschaft“ sich deckt mit dem Ansatz der Künstler, bleibt wohl abzuwarten – geht es Thomas Mann doch bekanntlich um den „Verfall einer Familie“. Und das Obergeschoss, das nicht betreten, sondern per Filmprojektion Teil der Aufführung werden soll, wirkt zumindest wie eine andere Welt: Im riesigen Festsaal von einst blättert heute trist die Farbe, und auch die sterilen Gänge wären für Muße und Kontaktpflege wohl kaum geeignet. „Das ist eine andere Charme-Liga“, sagt denn auch Regisseur Müller dazu – aber es klingt respektvoll, ja erfreut. Soll heißen: Künstlerisch ist selbst Verlassenes spannend.

(Buddenbrooks vorab: „Wuppertaler Rundschau“, Mai 2016)

Veröffentlicht unter Schönes, Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Hier muss noch ein Titel hin :-)

Zum Kinofilm „Paula“, dessen Vorpremiere ich in Essen besucht habe, gibt’s im Folgenden 1. kaum Beschreibung, 2. viel Abstraktion, dafür 3. punktuell Unsinn. Eingeprägt hat sich mir anderes, was vermutlich mehr an mir liegt. Vom Film selbst blieb mir hauptsächlich die Optik in Erinnerung, die sehr malerisch war, aber das taugt bei Malerfilmen wahrscheinlich kaum zur interessanten Auskunft.

 

Meine Verbindung zur Malerin Paula Modersohn-Becker war ein Roman, „Die Sonne! Früchte. Ein Tod“ von Michael Zeller. Sie ist dort Nachbarin des fiktiven Ich-Erzählers in Paris, wohin sie von der Worpsweder Künstlerkolonie aus zum Malen aufgebrochen war. So erscheint sie im subjektiven Blick dieses Anderland, eines Schriftstellers, der an einem historischen Roman arbeitet. Gelesen habe ich Paula dort im Grunde als Folie, deren Figur zur Charakterisierung dieses reichlich weltfremden Poeten dient. Interessant fand ich an dem Roman überhaupt die, wie mir schien, anspruchsvolle Erzählsituation: Ein Protagonist, zumal in Ich-Perspektive, der nicht etwa Sympathieträger ist (wünscht man sich das als Leser heimlich nicht eigentlich immer?). Sondern über dessen offenkundiges Problem mit verdrängter Sinnlichkeit man recht heftig schmunzelt oder auch die Stirn runzelt. Mehr Gegenbild letztlich war für mich Paula also im Roman – freilich eine, vor der sein Protagonist alt aussah.

Anders nun im Film: „Paula“ zeichnet natürlich ein Bild seiner Titelfigur. Wobei der lebensfrohe Wesenszug auch hier auftaucht, vielmehr sogar zum bestimmenden Teil ihrer Darstellung wird. Beim Bühnengespräch nach Filmschluss kam vom gefeierten Filmteam zwar zu Recht das Lob, Albrecht Abraham Schuch lasse seiner Figur, ihrem Mann Otto Modersohn, Gerechtigkeit widerfahren. Dennoch bleibt wahr, dass der Film sich ganz um sie zentriert und daher alles, auch Otto, in seinem Verhältnis zu ihr zeigt. Der jungen Frau, die schwer um Anerkennung kämpfen muss, aber sich doch souverän auch über alles lustig macht. Darin ähnelt der filmische Zugang dem literarischen dann doch wieder – freilich um so die weibliche Hauptfigur strahlen zu lassen. Ob im künstlerischen Dogmatismus der Malerpioniere, dem Machismo trotz vorgeblicher Modernität oder in der gruselig-genialischen Selbstinszenierung eines Rilke: Eigentlich immer umgibt den Worpsweder Männerklub in Paulas Blick, wach wie ungnädig, ein sanftes Aroma des Lächerlichen.

(Exkurs: Ich hatte beim Schauen ständig die Aussteiger der 68er-Kommunen im Sinn und hätte mir unter den malenden Rauschebärten, missionarisch verrannt, auch zum Beispiel Rainer Langhans eigentlich sehr gut vorstellen können. Männliches Guru-Gehabe hier wie da. Motto der Künstlerkolonie, sagt man: ‚Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment.‘ Motto der Kommunistenkommune, hört man: ‚Frauen sind unfähig, schöpferisch etwas hervorzubringen. Außer Kindern.‘ Eventuell war es umgekehrt, aber das ändert eigentlich wenig. Ich bin postfaktisch, und das ist auch gut so. Keine Ironie, aber anderes Thema. Exkurs Ende.)

 

Für mich eine neue neue Erfahrung war auch das Phänomen Film-Erstaufführung. Nicht erst als nach dem Film die Crew die Bühne bestieg, sondern schon vorab im Foyer herrschte ganz premierenmäßig feierliche Aufgekratztheit, wie ich sie sonst vom Theater kenne und mag. Zeigt dort das Giggeln zuschauender Schauspielkollegen hörbar die besondere Zugehörigkeit, so kommt beim Film ja noch hinzu, dass die Akteure selbst sich neu anschauen – vielleicht erstmals überhaupt, zumindest erstmals öffentlich und auf großer Leinwand.

Eher neu mochte dem cineastischen Zaungast auch sein, wie selbstverständlich die Art der Vorbereitung der Schauspieler zur Annäherung an ihre Figur auch beim Film offenbar ist: Nein, selbst gemalt habe sie nie, hatte „Paula“ Carla Juri im Flyer gesagt, und nun erzählte sie dennoch von im Vorfeld genommenen Malstunden. Ziel des Einswerdens? Zumindest ohne Zweifel: des Nicht-Nur-Tuns-als-ob.

Angenommen zwischen Kennern zu sitzen und Grundlegendes nicht zu wissen, bereitet mir eigentlich immer ein heimliches Vergnügen. (Schon wieder unsachliche Klammer: Die Vorstellung vielleicht, beim Klassikkonzert mit freundlicher Blödheit zu schocken, so was wie: ‚Ich bin hier für die Zeitung und weiß immerhin: Der Herr van Beethoven war ein prima Musikant aus Bonn. Obwohl, vom Namen denkt man ja Holland.‘ Klammer Ende.) Einschließlich einer beim Film vermutlich unnötigen Skepsis gegenüber Illustration und Opulenz: Bei einer Theaterinszenierung hätte man das erkennbare Bemühen um pittoreske Historisierung beargwöhnen mögen. Warum dieses Kostüm-Schaulaufen, hätte der Rezensent da vielleicht geätzt, wie in Opulenzschinken von „Ben Hur“ bis „Wanderhure“? (Schon wieder unsachlich, entschuldigt hoffentlich durch die  Zaungast-Sicht. Aus-Illustrieren ist ja doch Standard beim Film, wohl ein guter sogar; das sollte man sicher wissen. Korrigiere also: „Kracher“, nicht „Schinken“. Man hört, der alte „Ben Hur“ ist ein guter Film.)

 

Und wo es jetzt doch so subjektiv bis unseriös geworden ist, einschließlich frisch gestandener Unerfahrenheit – dann kann es ja heraus: Ich fürchte, mein Problem mit „Paula“ war noch grundsätzlicher. Ist das wirklich so eine tolle Idee mit den Paarbeziehungen? Ich finde ja Paula so cool in ihrem Beharren auf Autonomie; aber dass sie als Partnerin nicht gerade ein einfaches Vergnügen gewesen mag, war doch dem Otto ebenso nachzuempfinden. Und keiner wird ja behaupten, dass derlei fiktiv sei oder bloß Einzelfall: Auf der Zugfahrt nach Essen trug ein junges Paar seine Beziehungsprobleme aus – maßvoll übrigens, aber hörbar -, und auch hier schienen mir beide so plausibel: Sie leicht stressig, aber bemüht um Entspannung; er verständlich genervt und so nicht eben hilfreich. Sie hielt ihm vor, in Situation xy habe er neulich eine andere Frau angesehen, eine Minute habe das gedauert; er verteidigte sich, keineswegs, es seien nur vierzig Sekunden gewesen.

Manchmal denk ich wirklich, das bringt es nicht.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Neujahrsentrümpeln 2

RAUS MIT ALTEN HANDYNOTIZEN!

Die position, auch machtpostion der medien entspricht vielleicht nicht einer irhendwie geatrteten besonderen fähuigkeit: manch prominenter leitartikel etc mag sich faktisch nicht so sehr unterscheiden von einem guten blogbeitrag oder leserbrief. Das beharren auf Profitum ist in kultur und medien vielleicht am durchschaubarsten als taktisches platzhirsch-gebaren von menschen, die ihre felle davonschwimmen sehen.

Davon unabhängig: medien in ihre macht sind als instanz ein weiterer player im gefüge, und der trägt vielleicht am wichtigsten bei zur: relativierung. Wenn alles gut läuft, werfen sie ihr gewicht gegenü+ber grundsätzlich jedem aktuer in die waagschale – und zwar nicht willkürlich, aber nach gutdünken. Für diese funktion ist es auch gar nicht nötig, dass sie recht haben – uim zurechtrücen genügt es schon, prominent eine unabhängige meinung zu vertreten.“

Das Statement klappt übrigens auch ohne den Nachsatz:

„(gedanken zur nur mittleren wertung des kugel-kontrollettio beim eiscafe spathmann.)“

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Neujahrsentrümpeln 1

RAUS MIT ALTEN HANDYNOTIZEN!

‚ESSEN GEHEN‘: vielleicht gutes weiteres beispiel für profidenke, die an interesse verliert? Manche grenzen werden fliessend – kann ein nett eingerichteter imbiss ein restaurant sein? Und warum genau nicht? Oder ein cafe mit kreativer speisekarte, auch wenn da nur studi-jobber kochen? Was, wenn immer mehr gaeste das wort „restaurant“ staubtrocken an einer handvoll kriterien verglichen mit der gyrosstube – und das stolze beharren der diplombrutzler „ABER NUR WIR SIND VOM FACH!“ zunehmend nur noch als abgrenzungsmasche erscheint? Ähnlich: „für texte sollte man immer einen schreibprofi ranlassen?“ (um mal mein eigenes metier als beispiel für wohlfeile überheblichkeit zu nehmen). „Was friseure können, können nur friseure?“ Nö, manches können auch scheren.

Dann ist das uebrigens sicher ungerecht und vor allem nicht sozial gegenüber all den zwar ein-, aber doch eben auch aufwändig Ausgebildeten. Zeugt aber doch mal wieder davon, dass es ernüchtern kann, sich auf sein label zu viel einzubilden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Warum Frauen ihre Schuhe nicht einparken können

… muss ich jedenfalls überhaupt nicht wissen. Mal ein paar Worte zu Sex und sowas.

Die Frau in mir“ heißt ein neues Buch von Christian Seidel, der darin von seinem Selbstversuch erzählt, in die Rolle einer Frau zu schlüpfen. Es beginnt mit dem anscheinend enormen Wagnis, sich als Mann Nylonstrümpfe anzuziehen, und zwar weil er an den Beinen fror. Viel weiter habe ich bisher nicht gelesen, und wahrscheinlich bleibt es auch dabei.

Vielleicht ist es paradox, dass gerade dieser zugegeben ungewöhnliche Bericht mir vor Augen geführt hat, wie selbstverständlich der Mensch von heute, und darunter eben auch Christian Seidel, ganz offensichtlich in den Kategorien Männlich vs. Weiblich denkt. Paradox deshalb, weil der sich explizit beklagt über diese Schubladen: Sehr verwundert bis gekränkt zeigt sich der Autor, als seine Vorstöße auf Unverständnis stoßen. In der Eingangsszene beichtet er seiner Partnerin die Nylons – die richtige Gelegenheit dafür fand er ein Dinner im Restaurant, bei dem er dann zum Candlelight unvermittelt das Hosenbein hob. Mir schien das alles schief.

Denn gleichzeitig ließ der Autor ja gar keinen Zweifel daran, dass die M/F-Denke bis dahin auch für ihn sehr wohl unbezweifelter, mehr: grundlegender Teil des Lebens gewesen war. „Es sind doch nur Strümpfe!“ … derlei Treuherzigkeit wirkt nicht gerade realistisch, vielleicht auch nicht besonders aufrichtig, wenn man das Modell „Geschlecht als Prinzip“ nicht nur kennt, sondern immer aktiv mitgetragen und bestätigt hat. Mehr als ich jedenfalls allemal – dazu später mehr.

Dass die Welt weiter so tickt allerdings: Auch mich erstaunt es ja, aber aus anderen Gründen – und vielleicht ertappe ich mich da bei einem Denkfehler. Mich hat der Feminismus immer interessiert, jedenfalls in der Variante, die ich mit Alice Schwarzer verbinde. (Funfact: Ihre Mutter war Mieterin meiner Eltern.) Außer ihrem Klassiker „Der kleine Unterschied“ hat sie auch ein Buch geschrieben mit dem Titel „Der große Unterschied“ und als Untertitel gewählt: „Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen.“ Mir scheint das eine fast gegensätzliche Tendenz zu vielem, was heutzutage zwar unter dem Label „Feminismus“ kursiert, die M/F-Denke aber nie ankratzen würde. Sondern sich vielmehr als Lobby für ein Geschlecht (das weibliche) versteht und so gesehen komplett affirmativ ist. Klar ist mir allerdings, dass in einer männerzentrierten Welt solch eine einseitige Interessenvertretung nur plausibel und folgerichtig ist – recht ähnlich wie im Kapitalismus eine einseitige Vertretung der Lohnabhängigen als Gegengewicht notwendig und folgerichtig sein mag.

Damit hängt mein enormes Missverständnis zusammen – nämlich dieses: Zu glauben, die Emanzipation und ihre Erfolge (nein, ich mag überhaupt nicht, wenn Frauen sich mit der Aussage anpreisen, sie seien „ganz bestimmt keine Emanze“) habe das M/F-Interesse auch nur im mindesten gemindert. Und wahrscheinlich ist das sogar gut so, nur natürlich jedenfalls . Hosen tragen kann frau heute genauso geschlechtsbewusst wie früher Röcke. Sollen sie, klar, ist ja auch prima und praktisch für alle Seiten. Bloß ernüchternd für Grünschnäbel wie mich, die ernsthaft gehofft hatten, als Orientierungsgröße würde Geschlecht in unserer Zeit allmählich mal ähnlich sekundär wie Herkunft oder Hautfarbe. Doch, liebe Rassismusexperten, auch in Pegida-Zeiten: Dass sich in diesen Bereichen sehr viel getan hat in puncto Relativierung, gibt es für mich überhaupt keinen Zweifel.

Wie kann man nur so naiv sein? Das hat natürlich viel damit zu tun, dass ich Ewig-Single bin und derzeit auch nicht plane das zu ändern. M oder F als wesentlichen Teil seiner Identität hochzuhalten und zu pflegen: So ganz dringlich ist das doch wohl hauptsächlich dann, wenn man Partner hat oder sucht. Und damit rechnen muss, dass der oder die Beziehungskandidatin da ein unzweideutiges Bekenntnis erwartet. Abseits des Amourösen ist es einfach nicht so lebensnotwendig, sich übers Geschlecht zu definieren.

Daneben muss ich allerdings feststellen, dass ich beim Thema Geschlechterrollen auch im Freundeskreis etwas auf einer Insel der Seligen lebe. Nicht nur weil dort einige doch irgendwie künstlerisch unterwegs sind und meine altmodische Hoffnung bestätigen, dass Künstler gern schon mal etwas anders ticken. Auch sonst fänden meine weiblichen Bekannten eine Vorstellung wie die, sich von ihrem Partner teure Mädchengeschenke machen zu lassen, wohl albern und gestrig. Und den männlichen sind Männerdomänen wie Stadion oder Actionkino fast noch fremder als mir. Aber derlei Luxus vernebelt dann offenbar den Blick für den Rest der Welt: Der Mainstream, selbst wenn er inzwischen „Sexistisch!“ als Vorwurf ins Repertoire aufgenommen hat, liest eben doch sein „Warum Männer nicht zuhören können und Frauen ihre Schuhe nicht einparken“ oder so und nickt eifrig dazu. Wenn er sich nicht mal ganz, ganz ausnahmsweise an tolldreisten Grenzerfahrungen versucht.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Nachtrag 2015: Bis(s) zu Alm-Öhis Hütte

Heidi, „Sharks“ und Kristen Steward: Wildes Assoziieren nach der Zeitungslektüre stand Pate bei diesem bald ein Jahr verspäteten Beitrag. Wie ich las, sollte zum Jahresende „Heidi“ ins Kino kommen, und Wuppertals Oper schickte die „West Side Story“ auf die Bühne. Begonnen hatte mein 2015 kulturell aber mit einem Film, der weder „Bis(s) zu Alm-Öhis Hütte“ im Untertitel hieß noch „Bis(s) aufs Blut im Bandenclinch“. Kristen „Bella“ Steward machte trotzdem mit, der Film hieß „Die Wolken von Sils Maria“, und drüber was schreiben wird höchste Zeit.

Verbindung eins liegt nahe, denn wie die Geschichte um das Stadtkind in den Bergen spielt auch „Sils Maria“ in einer imposanten Gebirgslandschaft. Ich selbst verbinde gemischte gefühle mit solch alpinem Overkill: Weit plus gewaltig – voriges Jahr war ich für einen Reisebericht in Kärnten und begann diesen dann mit dem Eindruck: „Bei der Anfahrt etwas erschlagend.“ Fürs Heidi freilich ist’s anders (ja, bei Johanna Spyri heißt sie „das Heidi„): Erst von der Tante zwangsverschickt in dieser ja gar nicht idyllischen Coming-of-Age-Story, wird sie doch heimisch in der erst fremden Welt mit dem grantligen Öhi.

Heidi httpwww.moviepilot.defilesimages0004200942009.jpg

(Bild zu einer älteren Verfilmung – mir gehts ja nicht um Promo zum neuen)

Und‘s Bella, pardon: die Kristen? In „Wolken von Sils Maria“ schien das Alpenpanorama mir sehr deutlich eines zu sein: Kulisse. Optisch präsent und dadurch auch stimmungsprägend – aber doch bloß Setting für ein Drama zwischen zwei Menschen, wie es im Grunde überall spielen könnte. Steward spielt die Assistentin einer Schauspielerin, dargestellt von Juliette Binoche. Diese, vor Jahren gefeiert als junge Liebhaberin in einer Dreiecksgeschichte, muss nun über die Anfrage entscheiden, im Remake die Ältere zu geben. Fragen um Kunst und ums Altern führen zum Schlagabtausch mit der jungen Assistentin.

Durchaus ein Kräftemessen zweier Generationen mit unterschiedlichen Sichten auf Zeit und Gesellschaft. Und die Bergszenerie wird der Ort dieser Begegnung, denn dorthin verschlägt es die beiden, unter freiem Himmel probieren sie Rollenansätze. Grandios und zugleich abseits der Welt, konfrontiert die Landschaft letztlich zwei starke Persönlichkeiten und fokussiert auf einen inneren Konflikt – freilich nicht von Rivalität geprägt, sondern von kritischer Loyalität der Jüngeren. Steward als Kind dieser Tage beharrt, dass auch Alien- und Cyborgwelten Stoff für gute Filme abgeben können, was die Diva zunächst belächelt. Am Ende, so verstehe ich den Schluss, hat Binoche aber nachgedacht über die Kunst und die Jugend – ’s Kristen ist da längst abgereist.

Clouds_of_Sils_Maria

Szene aus „Die Wolken von Sils Maria“ (wie Heidi mit Frauenblick von rechts, aber sonst doch eher anders)

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen