Search for Serienpartner? Besser Nerd als Knobelmonster

Gestern fragte ich mich, wie „Big Bang Theory“ wohl ohne die Frauen war. Es gibt ja Klagen, inzwischen drehe sich in der Serie alles um die Freundinnen, aber ich kenne sie noch gar nicht länger und stelle mir die freundinnenlose Zeit dort eigentlich anders vor als, sagen wir, bei den drei Fragezeichen. Justine, Pamela und Belinda waren nicht mehr als der undankbarste Teil einer Modernisierungsoffensive und hießen nicht mal so; aber wie sonst, hat auch keinen interessiert. Die drei Knobelmeister mussten irgendwann auf einmal mehr sein als drei Knobelmeister, sondern fast so etwas wie echte Menschen, und das war ein Fehler. Gefühlt von einer Folge auf die nächste hatte ein brachialer Autoreneingriff ihnen Computer, Freundinnen und Führerschein an die Backe gezaubert; wahrscheinlich war Justus auch plötzlich Discokönig, ich erinnere mich nicht mehr. Das alles war so unsinnig, dass immerhin die Mädels schnell wieder gestrichen wurden. Ein Glück, denn Knobelmonster liebt man nicht fürs Menscheln. Wo jeder Tatortkommissar heute mal mindestens eine ordentliche Drogenvergangenheit braucht und die Rivalen von TKKG immerhin darin menschlich wirken, dass sie so offensichtlich beknackt sind in ihren Rollenklischees: Da soll die Task Force Rocky Beach bitteschön mit Scharfsinn glänzen, nicht mit Verführerskills. Recht so. Bye bye Belinda, fand auch ein Hit der „Flippers“.

Und das ist dann wohl der Unterschied zu Sheldon Cooper und Leonard Hofstetter. Denn Nerd als Star, das erlaubt menschliche Spleens und Schwächen keineswegs nur, es braucht sie so unverzichtbar wie Bob seinen Bibliotheksausweis. Erst so können wohl im Vergleich Freundinnen mehr sein als Beiwerk, sondern Counterparts, die nicht nur Weiblichkeit ins Spiel bringen, sondern etwas, was Nerds schon fast per definitionem abgeht: gesunden Menschenverstand. Klar hätten die Funktion auch drei Pennys mit dem Aussehen von Amy einnehmen können, aber etwas Reverenz an männliche Durchschnittsvorlieben war natürlich  ein netter Schachzug (schreibt der Mann). Freundinnen weitgehend ironiefreier Knobelmonster ist da ein kurzes Los beschieden, wenn sie nicht mal wie Gaby per „G“ im Bandennamen Bestandsschutz genießen und selbst als Sidekick uninteressanter sind als Manuel Andrack hinter Harald Schmidt, und sogar für den war ja bald Schluss.

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Über martinhagemeyer

"artikuliert": Ideen, geäußert und / oder zu Artikeln gemacht. Das habe ich jedenfalls vor.
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