2016: Lieblingssätze, wildgemischt

Quatsch

⇒ Irgendwie auch historisch: Offenbar in der neuen Schwebebahn am Tag der Jungfernfahrt einen Beutel voller bretonischer Kekse für meine Schwägerin liegen lassen. Blau war er auch noch.

(December 21 at 10:16pm · https://www.facebook.com/martin.hagemeyer/posts/1100788750030564?pnref=story)

Quatsch

⇒ … Nur [Domians] Star-Status bei vielen habe ich nie verstanden. Wenn ich mal angerufen hätte bei ihm, hätte ich mir z.B. nie am Ende ein Autogramm gewünscht. Von seinem Therapeuten oder sonst nem guten Gesprächspartner will man ja auch keinen Fanstuff.

 

Dienstlich

⇒… Glaubt euer Ding, aber reißt euch am Riemen! Und da mag es dramaturgisch sogar das Beste sein, die eh unwahrscheinliche Handlung noch etwas zu dehnen, eben weil die finale Harmonie ja auch unwahrscheinlich ist. Als wollten Lessing und die Inszenierung sagen: Um im wirklichen Leben Frieden zu finden, reichen keine komplizierten Verwandtschaftsverhältnisse.

(http://www.musenblaetter.de/artikel.php?aid=19349)

Ernsthaft

Der Hintergrund hilft Olga oft, den Blick zu wechseln. „Europäische Werte“ sind ja ein oft gehörtes Schlagwort, aber wohl auch durch diese Außensicht „ad hoc“ hat sie keine Schwierigkeiten, es zu konkretisieren: „Individuelle Freiheit“, das sei zentral für Europa, trotz aller aktuellen Gefährdungen. … Den Begriff „Liberalität“ für den europäischen Geist lässt sie zwar gelten, aber nicht ohne Zweifel am Kapitalismus US-amerikanischer Prägung, den das Wort für sie mit transportiert.

(„Eine Basis, um den Blick zu wechseln“, http://aul-bergmark.de/projekte/das-bin-ich-das-schreibprojekt-migrant-innen-erzaehlen/olga.html)

Ernsthaft

⇒ Wievielmal Metaebene ist das jetzt ungefähr? Neues Literaturmagazin adelt meine Facebookbeiträge als Literatur

(November 30 at 10:20pm · https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1080122078763898&set=a.135044493271666.26260.100002983495471&type=3&theater)

 

Quatsch

⇒ … doch noch Fan von Steuer-Uli: Nö, schlaue Bürger, dachte ich mir, habt ihr halt mal Pech mit euren Standards. Knast als Don’t ist einfach elitäre Etikettendenke.

(Mainstream-Bash beim Morgensporteln, November 29 at 12:12am · https://www.facebook.com/martin.hagemeyer/posts/1078375472271892?pnref=story)

 

Quatsch

⇒ Da hab ich wohl zu lange retardiert …

[Mein Gedicht zum Thema „Retardierendes Moment“ kommt ein Jahr zu spät: November 21]

Dienstlich

⇒ Franzi Rockzz und Senta Berger. Worüber man so schreibt in einer Woche.

Like: Ekila Zikianda, Diana Kinnert and Franzi Rockzz

(November 18 · http://www.musenblaetter.de/artikel.php?aid=19251&neu=1)

 

Dienstlich

⇒ … Unsinn? Großartig? Oper ist doch gerne beides. … Donald Trump wird mit seiner fast zeitgleich erfolgten Wahl kaum im Sinn gehabt haben, an der Bundesallee heute als Aufhänger zu dienen. Aber als Gegen-Szenario bot er sich in der Einleitung an, und so wirkten die Worte und Töne des Abends nicht nur flammend, sondern auch ein gutes Stück trotzig. … wohl nötige Einordnung künftiger Thementermine in einen doch fiktionalen Kontext. Nur unter dieser Prämisse scheint so manches Pathos des Abends im Rückblick eigentlich überhaupt so recht erträglich: OB Mucke, selbst ja auch Hobbyschauspieler, reizte die halbtheatrale Lage voll aus und mixte Werbung für die Seilbahn mit Worten fürs Geschichtsbuch („Lasst uns mehr Wuppertal wagen!“). Was als Plagiat nicht mal vom toten Parteifreund Willy Brandt geklaut war, sondern vom kürzlich veröffentlichten Lob fürs Tal in der Tageszeitung „Die Welt“. So aber: Ein starker Abend, ein eindrucksvoller Einstieg –  in Zukünftiges.

(https://www.engels-kultur.de/sound-of-the-city-bund-der-utopisten-wuppertal-utopia)

 

Ernsthaft

⇒ bei so Lexika sieht man halt schön, was passieren kann, wenn sich Forscher mühen, des Lebens habhaft zu werden. Vielleicht sogar beruhigend, wenn das schiefgeht.

(November 18)

Ernsthaft

⇒ … Kulturell Aktive sollten Begleitung durch die Presse nicht als Qualitätsprüfung verstehen. Ich arbeite nicht bei „Stiftung Warentest“, und das ist auch sehr gut so! … Dazu gehört, nicht auf der Seite der Macher zu stehen, sondern sich zwischenzuschalten als möglichst autonomer Beobachter. Was aber auch heißt, dass ich ungern einfach pflichtschuldig irgendeinen „Service“ für die breite Leserschaft biete. Dafür habe ich nicht nur zu viel Respekt vor der Kunst, dafür bin ich auch selbst zu eitel.

Außer Aktiver und Begleiter bin ich nämlich abschließend auch noch Leser (ach ja, tschuldigung: „LESER“) und lese etwa Feuilletons durchaus als eigenständige Werke, die mir ein Thema näherbringen, ohne sie aber als „Ergebnisse“ zu sehen. (Der Feuilletonist mag sich das übrigens durchaus wünschen, aber das ist sein Bier.) 

(October 25, https://www.facebook.com/martin.hagemeyer/posts/1039526192823487)

 

Ernsthaft

 

Die Kickoff-Veranstaltung des Projektes „Das bin ICH“ zog heute über 40 Menschen mit Migrationserfahrung ins Swane-Café, um mit 10 Journalist_innen und vielen S…                                 (https://www.facebook.com/martin.hagemeyer/posts/1032179656891474, October 18 · Arbeit und Leben Wuppertal/Hagen/Solingen)

 Quatsch

Ä! èèéè! Habe nach zwei jahren herausgefunden, wie man umlaute und sonstige sonderbuchstaben hinkriegt. ß-ß-hurra!

Quatsch

⇒ Die dunklen seiten der hagemeyers: mein bruder hat, wie ich jetzt erfahren muss, einst meinen taschenrechner versteckt, den ich „fuer die schule benoetigte“ (heute sms meiner mutter), und beim letzten theaterfest hat mein vater aus dem fundus den haken von käpt’n hook ersteigert und damit die intendantin erschreckt. Jetzt ist sie zurueckgetreten.

(October 8)

Ernsthaft

⇒ Das System stützen ist komplett erlaubt und hat mit Buckeln null zu tun, wenn das Medium dieses System aus freien Stücken stützenswert findet. Sich zwischenschalten, mal hier-, mal dorthin, und zwar nicht nach Laune, aber nach Gutdünken: Es macht die Medien geradezu erst relevant, wenn sie im besten Sinne selbstherrlich sind.

(September 16)

Dienstlich

⇒ … Das alles ist spannend und ohne Zweifel innovativ – aber Ertrag nachhaltigen Denkens? Der Begriff wirkt zuweilen arg strapaziert. Und mag man die ebenfalls besuchte T-Shirt-Produktion aus Holzfasern auch für die Idee loben: Die jungen Macher promoten sich so trendgerecht, dass die Kunden ihnen vermutlich auch Smoothies mit Holzgeschmack abkaufen würden.

(Nachhaltig durchs Viertel. Wuppertal Institut wird 25 – Exkursion über den Arrenberg,       08. September 2016, https://www.engels-kultur.de/wuppertal-institut-25-jahre-jubilaeum)

 

Dienstlich

⇒ Ein Vorhaben, das moderne Standards vollends dem Markt preisgibt, muss und darf vielleicht einfach mit Einseitigkeit rechnen – nämlich mit einmütiger Ablehnung.

https://www.engels-kultur.de/ttip-diskussion-wuppertal-faerberei-juergen-hardt

 

Ernsthaft

⇒ … Ich glaube soeben, an den ausschwärmenden Monsterjägern irritiert eben der Schwarm: Massenhaft und im Wissen, Teil eines Trends zu sein, offensiv den öffentlichen Raum einzunehmen. Und das keineswegs mehr als Randerscheinung wie bislang beim ‚Nerd‘, den man allgemein belächeln durfte und dabei doch irgendwie auch charmant fand – man denke an die enorm beliebten Freaks in der Serie ‚Big Bang Theory‘. Die aber geradezu per definitionem nie eine Chance gehabt hätten, zu Hunderten tagtäglich die Stadt zu fluten – und das unverhohlen mit dem Anspruch, nicht die Spinner vom Dienst zu sein, sondern: die Zukunft.

August 1, 2016

Ernsthaft

⇒ Alter Text von mir mit aktueller Basisdemokratie-Skepsis. „Der Wutbürger hat Schule gemacht in den letzten Jahren. Seit dem bis dahin unerhörten Volksaufstand gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 ist es hierzulande nicht nur endgültig salonfähig für Bürger jeder Couleur, auf die Straße zu gehen. Sondern eben auch: auf ebenjene Straße sein Eigeninteresse zu tragen.“ „Je mehr eine Protestbewegung aber von Partikularinteressen getrieben ist, desto plausibler erscheint es doch, dass für Entscheidungen bei emotional besetzten Themen doch übergeordnete Instanzen die geeigneteren sind.“

(July 3, Die Masse macht’s! Besser?)

 

Ernsthaft

⇒ Ich gehe gern mit Sprache um und ordne Gedanken zu Texten. Eitel bin ich auch und daher gern vor Publikum, wenn es mich mag – das virtuelle hat bekanntlich nicht mal einen „Buh-Button“. Aber: Texte, jedenfalls soweit sie literarisch sein wollen, sollten sich wohl immer auch Autonomie bewahren – für mich heißt das: Heitere Irritationen einbauen, wo es passt und meinem Blick auf die Welt entspricht. Mittendrin und knapp daneben.

(http://www.ins-blaue.net/martin-hagemeyer/)

 

Dienstlich

⇒ „Sekunden später steht man vor ‚Robby‘, unverkennbar ein Abkömmling der Pinguinale, und wundert sich, dass ein fetter Vogel bergische Heimatgefühle auslösen kann.“

(„Wuppertaler Rundschau“, Juni)

Dienstlich

⇒ Biennale, Pinguinale, volles Programm bei mir. Ungefähr dasselbe.

Fürs Kulturmagazin engels durfte ich über die Wuppertaler Literaturbiennale schreiben:

Flucht aus der Meta-Ebene | engels – Kultur. Kino. Wuppertal.

Aktueller als man je hätte erwarten können: Immer wieder war bei der Wuppertaler Literaturbiennale diese Aussage zu hören, weil ihr diesjähriges Motto „Utopie…

(Juni 2016)

 

Quatsch

⇒ Mir liegt exklusiv ein Zeitungsbericht vor mit Fotos von den deutschen Spielern bei der berühmten Fußballwoche, die das Fernsehen ja bekanntlich jetzt veranstaltet. Von den Spielern kenne ich mehrere. Hmmm. Der eine da ist bekannt. Aus der Werbung, wo die Frau sich dauernd in „Manuel Neuer“ verwandelt. Muss also „Manuel Neuer“ heißen. … Der Lahm ist nicht mehr dabei anscheinend, war aber eh ein Sack. Aber der, dessen Freundin jetzt Grace heißt, wie meine Lieblingslektüre, die „Frau im Spiegel“, mir mitteilt. Wobei meine Lieblingslektüre eigentlich natürlich der „Kicker“ ist und die „Neuesten DFB-Fachnachrichten“, wie ja auch selbstverständlich unverkennbar sein dürfte.

Quatsch

⇒ FREMDE MASSEN DOCH INTEGRATIONSFÄHIG?

… wer aus massendrang zum oelbergfest geht und aber standhaft bis zum feuerwerk koeftestaende ablehnt, hat wahrscheinlich keinen schoenen tag.

(May 22 )

 

Ernsthaft

⇒ Ich gerier mich ja gern als Labelfeind. Was sind denn Titel anderes als Schubladen, will ich Vollblutprofis gleich welchen Metiers immer mal entgegenschleudern, wenn sie ihren Status stolz vor sich hertragen. Auch im eigenen: Heute schreiben wir halt mal für Zeitungen oder sonstwo – früher war ich Leserbriefschreiber. Auch schön. Gedruckt, aktuell, öffentlich – all das ist schließlich beides. Die routinierte Selbstdefinition via Abgrenzung: Ist sie nicht künstlich, eine bequeme Behauptung?

(April 15, https://www.facebook.com/notes/martin-hagemeyer/leben-ohne-ismus-eine-zumutung/902554053187369)

 

Ernsthaft

⇒ Zu meiner ueberraschung darf ich diesen montag, 4.4., um halb 8 teil der werkstattlesung im literaturhaus wuppertal sein, und das meine ich nur halb kokett. … [Selbstauskunft über „mein Schreiben“? Schwierig!] Vielleicht waere das aber eigentlich eine ganz gute aussage zu meinen themen und worueber ich gern schreibe: dass ich leider im allgemeinen oft nicht so gut klarkomme mit kategorien. Gut, DAS war kokett.

 (April 2)

Quatsch

⇒ …“Um mir einmal den Anschein eines viel beschäftigten Mannes zu geben: Bis Monatsende hasenbedingt etc verreist.“ Meine erste Abwesenheitsnotiz. Wenn das so weitergeht, mach ich noch den Führerschein.

 

Quatsch

⇒ Es ist ein verbreiteter Irrtum zu glauben, Blödsinn habe keine kommunikative Funktion. … Vermutlich haben Stilkritiker wenig Spaß im Zug. [… Thema „Gefühlte Zugspitzenhöhe“. …] Alle freuen sich, sogar der Kontrolleur. Nur Wolf Schneider sitzt grämlich hinter seiner FAZ und murmelt: „2962 Meter.“

Quatsch

⇒ MEIN FREUND, DER SCHIENENERSATZBUS

… Gedacht ein Zug, gefühlt ein Glück!
Wenn’s Partyvolk sich schart
Im vollen Bus vom Suff zurück
Hat’s was von Klassenfahrt.

(An dieser Stelle ist leider Schluss, denn da musste ich aussteigen.)

 

Quatsch

 

⇒ „Bei ‚The Hateful Eight‘ gibts ne Pause, nicht wahr?‘ ‚Ja.‘ ‚Gut, dann eine Karte bitte.‘

Dienstlich

⇒ Ob „Beteiligung“ indes Mitbestim­mung bedeutet oder eher Ein­bindung in ein längst favorisiertes Wunschprojekt: Das ist wohl eine Frage, die sich beim beliebten Wort von der Transparenz auch ganz grundsätzlich stellen lässt.

(Mitteilungsheft Elberfelder Südstadt 1/16, January 20, 2016)

Ernsthaft

⇒ Mich nervt zunehmend, warum Medien so beharrlich bis panisch bestreiten, eine Tendenz zu haben. Ich halte es für ein fatales Missverständnis zu glauben, Aufgabe der Presse sei bloß wertfreies Sammeln und Verbreiten. Gerade ihre Macht gebietet vielmehr geradezu, Informationen in Kontexte zu stellen, statt sie blind herumzuhauen. Ich glaube, man nennt das Prinzipien.

Vgl.:

(January 20)

Dienstlich

⇒ Ein wenig will man selber schreiten.

(Buddenbrooks nachher: „Musenblätter“, Am Ende ist es doch Theater, http://musenblaetter.de/artikel.php?aid=18944&suche=von%20Martin%20Hagemeyer)

 

Dienstlich (same topic, more politely…)

⇒ Wie weit das Selbstverständnis der „Bürgergesellschaft“ sich deckt mit dem Ansatz der Künstler, bleibt wohl abzuwarten – geht es Thomas Mann doch bekanntlich um den „Verfall einer Familie“. Und das Obergeschoss, das nicht betreten, sondern per Filmprojektion Teil der Aufführung werden soll, wirkt zumindest wie eine andere Welt: Im riesigen Festsaal von einst blättert heute trist die Farbe, und auch die sterilen Gänge wären für Muße und Kontaktpflege wohl kaum geeignet. „Das ist eine andere Charme-Liga“, sagt denn auch Regisseur Müller dazu – aber es klingt respektvoll, ja erfreut. Soll heißen: Künstlerisch ist selbst Verlassenes spannend.

(Buddenbrooks vorab: „Wuppertaler Rundschau“, Mai 2016)

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Über martinhagemeyer

"artikuliert": Ideen, geäußert und / oder zu Artikeln gemacht. Das habe ich jedenfalls vor.
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