Gegrummel zur Zeitungslektüre

Tja, FAZ, das ist wohl Euer Dilemma, oder vielleicht auch das vom ganzen Konservatismus: Einerseits das Schöne und Gute bewahren zu wollen – und andererseits aber Fan des Turbokapitals zu sein. Fiel mir heut mal wieder auf bei der Morgenlektüre im Café: Dort klagt Redakteurin Göbel im Wirtschaftsteil, Unionspolitiker wollten ja schamloserweise „nicht das Risiko laufen, als Bremser des Mindestlohns wahrgenommen zu werden.“ Was nochmal will die Union nicht tun mit dem Risiko? Laufen? Dauerlauf vielleicht? Citymarathon im Zweifel, sponsored by Deutsche Bank?

Gefahr laufe auch ich ja manches – zum Beispiel Frankfurter Schöngeistjournalismus zu lesen und mir immer wieder einzubilden, so schlimm rechts quer durch die Ressorts sei der doch gar nicht. Risiken laufen aber kann man bisher meines Wissens nur im flinken Englisch-Amerikanischen, also im Euren Lesern zugegeben sicher vertrauten Global-Sprech.
Derlei Mix nun ernstlich zu kritisieren, liegt mir fern, das wäre ja Erbsenzählerei, und Erbsen schmecken mir gar nicht so. Es zeigt en détail halt nur schön das Dilemma: Neben Wertkonservatismus und Kultur, mit ihrem grundsätzlichen Hang zum Zweckfreien, sein zweites Standbein im (an Werten per definitionem nicht interessierten) Wirtschaftsliberalismus zu haben. Business-friendly anglicisms run the risk of verprelling Sprachfreunde. Doof immer.

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Über martinhagemeyer

"artikuliert": Ideen, geäußert und / oder zu Artikeln gemacht. Das habe ich jedenfalls vor.
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