Mein 2014 (hingeschluderte Auswahl)

Trend-Risikosport des Jahres: Konfliktschüren.                                                      Westblock schwingt Waffen gegen Putin, bisher nicht wörtlich, und hat gleichzeitig noch eine Hand frei, um auf diesen als kalten Krieger zu zeigen. Gute Reflexe? Gelenkig? Oder einfach noch gut im Training?
Neuester Kick (USA vs. Nordkorea): Hollywoodstreifen zum Politikum adeln.

Fortbildungsgerücht des Jahres (streue ich soeben): Christoph Waltz (neuer, noch nicht näher vorgestellter Bond-Schurke) lernt grad zur Vorbereitung Russisch.

Einnahmequelle des Jahres (entdeckte ich zuletzt): Zählbrett.
Kontoüberzuch! Fördert Kreativität: Per Hand-Sortieren meiner Spargroschen (mehr 1 und 2 Cent als Groschen) in einer Ecke meiner Bank 3! Euro! 13! ehrlich, steuerfrei und bar auf die Hand rausgehauen. Gefühl gehabt, zum ersten Mal im Leben mein Geld auf seriöse Weise zu verdienen.

Täter des Jahres (nicht für mich): Die Medien.
„Pegida“ stößt sich am Konsens, dass es nicht so nett ist, eine Bevölkerungsgruppe rundweg für unerwünscht zu erklären. Nennt das Gleichschaltung.

Tipp des Jahres: Gelassene Medienskepsis.
Da Presse, Funk und Fernsehen in der Tat viel Blödsinn machen,zwar nicht in puncto Islam, aber z.B. indem sie Russland oder den ADAC runter- und Helene Fischer raufschreiben – bleibt nur eins, sagt Gelegenheitsjournalist M.H. aus W.: „Nehmt uns nicht so ernst!“ https://www.youtube.com/watch?v=qK1LehMvc58

Blöde Idee des Jahres: Apple erfindet eine „Watch“. Dabei hat mein Handy längst ne Uhr.

Projekt des Jahres (Presse): „Talwärts“.
Neue Zeitung für Wuppertal – ohne Anzeigen und also ohne Onlineversion. Angenehm: Weder youngster-cool (wie ich befürchtete) noch stressig-investigativ (wie manche hofften), sondern entspannte „Zeit für Wuppertal“. Unangenehm: Selbstprofilierung gegen die „Westdeutsche Zeitung“, die umgehend zurückschießt und für jeden Häretiker Richtung Tal sofortige Exkommunikation ankündigt. Seltsame Taktiken, um sich sympathischer zu machen.

Enttäuschung des Jahres (Presse): „Ichwärts“.
Kein Blatt und auch kein Lasker-Schüler-Gedicht, sondern ziemlich unpoetisches Berufsethos: Nette Bekannte erzählt, befreundete Journalistin schreibe bei Presseterminen Steno, damit Kollegen nicht „abschreiben“ können. Kindergarten? „Konkurrenz“! Presse-Stutenbiss (m/w) also nicht nur bei obigem TW-WZ-Gekabbel. Schätze aber, so läufts Geschäft. Ganz lahme Entschuldigung.

„Ordnung muss sein“ des Jahres: „Unser Internet geht nur in Monaten mit ‚r‘.“ https://www.youtube.com/watch?v=x2odw2707Jo

Erfolg des Jahres: „Geilheitsbonus“.
Mit diesem schönen Lob im Betreff seiner Honorarüberweisung begründet ein freundlicher Student, warum er mir zehn Euro mehr als vereinbart zahlt für meine gesprochene Version seines Medizin-Skripts, gepimpt mit Soundgimmicks meines DATA-BECKER-Lexikons von 1992. Freue mich wirklich und frage mich nur kurz, wer wohl sonst noch die Bank-Betreffs liest und jetzt Mutmaßungen zur Art meiner Gefälligkeit anstellen mag, wenn er eine schmutzige Fantasie hat.

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Über martinhagemeyer

"artikuliert": Ideen, geäußert und / oder zu Artikeln gemacht. Das habe ich jedenfalls vor.
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