I(mportant) B(oo)k Challenge … oder so

Auf Facebook beteiligte ich mich an der Schlaubergervariante der Ice-Bucket-Challenge:

Nenne zehn Lieblingsbücher und nominiere zehn Freunde für dasselbe!

Hier nur zitiert.
Ich wähle die Langversion für Geltungsbedürftige wie mich – sprich: begründe meine Wahl und nutze das zur ausgiebigen Selbstdarstellung. (Also ziemlich genau wie die Leute, die „für ALS“ spenden und zusätzlich trotzdem vorführen, wie sie Eiswasser kippen.)

1. (Reihenfolge egal): Alfred Andersch: DIE ROTE. Geschichte eines Aufbruchs (Frau flieht vor Dreiecksbeziehung nach Venedig) – ungewöhnlich erzählt (aus drei Perspektiven). Nur den arg monstermäßigen Nazi Kramer hätt’s für mich so nicht gebraucht.
2. Myron Levoy: KELLY UND ICH. Schon wieder ein Selbstbehauptungs-Roman: Bei Levoy (bekannter für „Der gelbe Vogel“) trifft der junge Alan beim Straßenmusizieren ein Mädchen, das seine arme Herkunft nur erfunden hat („Ich will Kelly Callahan sein, auch wenn es mich umbringt“). Bevor es zum Sex kommt, reist sie ab. Ans Herz gehend.
3. Padget Powell: ROMAN IN FRAGEN. Weil so strange und weil so herausfordernd: Warum 180 Seiten durchhalten, die ausschließlich aus Fragen bestehen? Mein Artikel dazu: https://artikuliert.wordpress.com/2014/09/01/wer-braucht-schon-handlung/ (Link funktioniert vielleicht nicht – bin grad zu faul.)
4. Christine Nöstlinger: DER HUND KOMMT. Der hat wirklich mein Weltbild geprägt
5. Charlotte Wiedemann: VOM VERSUCH, NICHT WEISS ZU SCHREIBEN. Les ich zur Zeit – zur Funktion der Medien, Wirklichkeit zu konstruieren, was mich zufällig grad eh interessiert: https://www.facebook.com/video.php?v=615438028565641&set=vb.100002983495471&type=2&theater (auch hieraus müsste ich den Link vielleicht noch basteln …)
6. Will Quadflieg: WIR SPIELEN IMMER. Über die Autobiografie des Schauspielers hinaus gibt es hier m.E. Kluges zum Handeln des Menschen in Rollen.
7. Lola Landau: MEINE DREI LEBEN. Zum Mann der Autorin, den Wuppertaler Schriftsteller Armin T. Wegner, schrieb ich meine Magisterarbeit – recht kennen gelernt habe ich ihn (und nicht nur ihn) aber eher über sie. (Das Buch außerdem einer Schauspielerin, die ich mal von fern toll fand, zu schenken, war eine zwar im Nachhinein bescheuerte, aber immerhin unvergessliche Idee.)
8. Max Goldt: IRGENDWAS. Von Max Goldt gibt es kein Buch, das „Irgendwas“ heißt, aber seine diversen „Kolumnen“ aus messerscharfen Gedanken, abstrus ausgeführt, sind dadurch ein bisschen meine Form geworden.
9. Richard Scarry: MEIN ALLERSCHÖNSTES LEXIKON. z.B. Erklärung zum Lexikoneintrag „klar“: „Die Sonne scheint, der Himmel ist wolkenlos. Was für ein schöner, klarer Tag. Warum Papa Pinsel ein Polizeiauto fährt, ist nicht so klar. Ich kann das nicht verstehen.“ (Dazu sieht man ein gemaltes Polizeiauto voller Schweinchen, die offenbar Pinsel heißen.)
10. Arthur Schnitzler: TRAUMNOVELLE. Voll guter Gedanken oder so. Ich merke aber gerade, ich hab genug geschrieben für heute.

(An diese Stelle gehörten bei Facebook die Namen der „Freunde“, die ich für selbige Bücher-„Challenge“ und Nennung ihrer Favoriten nominiert habe … hierhin im Blog natürlich nicht. Weiter schrieb ich da:)

Ich bin übrigens nicht sehr böse, wenn diese zehn nicht mitmachen, weil man es eigentlich nicht belohnen sollte, wenn öffentliche Aufforderungen – ernst genommen – Druck aufbauen. Das Quasi-Prequel mit seinem unterschwelligen „Aha, trockene Haare sind dir also wichtiger als Muskelkranke!“ hätte ich zum Beispiel schon mal ganz aus Prinzip ignoriert (wenn dieser Eimer oder Kelch oder wie man sacht nicht zum Glück eh an mir vorübergegangen wäre).

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Über martinhagemeyer

"artikuliert": Ideen, geäußert und / oder zu Artikeln gemacht. Das habe ich jedenfalls vor.
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